Warum nicht mal einen LKW von Wiesenhof besetzen?

Wiesenhof steht wie keine andere Marke für die Verwerflichkeit der Tiernutzungsbranche und viele haben ein Problem mit den heutigen Bedingungen bei der Fleischerzeugung. Aber warum nur immer im Stillen protestieren, statt direkt etwas zu tun? Warum nicht mal einen Liefertransporter von Wiesenhof besetzen und damit den Betrieb eines Schlachthofs stilllegen? Bericht von einer Aktion in Niedersachsen.
Durch einen dichten Wald pirschen sich eine Handvoll Personen in Richtung einer Schlachtfabrik. Still und leise arbeiten sie sich durch die Büsche. In der Mittagssonne ist jede Bewegung anstrengend, Schweißperlen tropfen ihre Gesichter hinunter. Dann Warten. Zehn Minuten, zwanzig Minuten. Alle knien schweigend auf dem Waldboden, die Spannung ist mit Händen zu greifen. Auf einmal sprinten sie los, raus aus dem Wald, über eine kleine Straße hin zu einem Laster. Eine Leiter wird angelehnt, zwei klettern nach oben, die anderen packen Transparente raus. Ein Mitarbeiter der Schlachtfabrik läuft auf sie zu und brüllt sie an, was sie hier machten. Die beiden auf dem LKW entrollen ein Tuch mit dem Spruch „Ausbeutung beenden“. Auf den Transparenten unten steht „Bis jede Schlachtfabrik stillsteht“ und „Capitalism kills“. Innerhalb nur weniger Augenblicke haben Aktivist*innen der Kampagne gegen Tierfabriken einen LKW von Wiesenhof besetzt – und stören damit den ganzen Betrieb einer Anlage, in der normalerweise in jeder Stunde zehntausende Tiere getötet werden. Weiterlesen