Wir verabschieden heute das Jahr 2019 – leider auch wieder mit vielen Böllern, Knallern und Raketen. Ergänzend für die längst überfällige Debatte über die Sinnhaftigkeit dieser Tradition hier 7 Fakten gegen privates Böllern und Knallern ergänzt mit den dazugehörigen Quellen.

1. Müll
Abertausende Tonnen von Müll lagern sich innerhalb weniger Stunden an. Allein in Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main waren es letztes Jahr fast 200 Tonnen – in einer Nacht. In der gesamten Bundesrepublik sind es geschätzt circa 10.000 Tonnen.

2. Verletzungen und Todesfälle
Laut der Ärztezeitung erleiden zu Silvester ungefähr 8000 Menschen Hörstürze, Knalltraumata oder in seltenen Fällen komplette Hörverluste. Besonders gefährdet sind auch die Hände. „An keinem anderen Tag im Jahr verletzen sich so viele Menschen die Hände wie an Silvester“, so die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie sowie für Orthopädie undUnfallchirurgie (DGOU) laut des RND. Allein in Berlin wurden in den letzten Jahren zwischen 30 – 70 Verletzungen jeweils am letzten Jahrestag mit Silvesterbezug behandelt – die Krankenhäuser stellen sich auf erhöhten Betrieb ein.
Jedes Jahr kommt es auch zu Todesfällen, vorallem bei der Benutzung illegaler oder selbstgebauter Böller.

3. Geld
Insgesamt verpulvern die Deutschen 130 Millionen Euro am Silvesterabend. Das entspricht ungefähr 4.000 Erzieher*innen, die ein Jahr lang bezahlt und damit 40.000 – 50.000 Kindern eine Betreuung gesichert werden könnte. Oder der humanitären Hilfe Deutschlands für das Bürgerkriegsland Jemen.

4. Luft und Klima
Die Luft wird für kurze Zeit praktisch vergiftet. An den meisten Orten ist zu Silvester die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub so hoch wie sonst im gesamten Jahr nicht. Laut Umweltbundesamt werden am letzten Tag des Jahres bis zu 4.200 Tonnen Feinstaub freigesetzt. Das entspricht bis zu 17 Prozent der Menge, die vom Verkehr pro Jahr ausgestoßen wird. In geringem Maß stellt die Böllerei eine zusätzliche Belastung für das Klima dar. Jedes Jahr verschmutzen die Deutschen zu Silvester die Atmosphäre mit dem Ausstoß von verschiedenen Treibhausgasen, deren Klimawirkung rund 2.300 Tonnen Kohlenstoffdioxid entspricht.

5. Trauma für Menschen und Tiere
Heimtiere, die am Silvesterabend verschwinden und erst danach wiederkommen oder sich ganze Zeit völlig verstört in der Wohnung verkriechen. Der traumatische Einfluss der Böllerei auf Heimtiere ist bekannt. Aber auch Wildtiere werden beeinflusst. Amseln fliegen beispielsweise normalerweise in 50 oder 100 Metern Höhe, zu Silvester flüchteten sich die Vögel in über 1000 Meter Höhe.

Ob nun für Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind oder als Soldat*innen teilgenommen haben – für Menschen mit Kriegserfahrungen kann die explosionsartige Geräuschkulisse traumatische Erinnerungen wecken.

6. Sachschäden

Laut des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft zählt die Silvesternacht zu den „schadensträchtigen Tages eines Jahres“. Der Verband beziffert die Gesamtausgaben am Ende eines jeden Jahr auf ungefähr 30 Millionen Euro – inklusive Weihnachtsbrände.

7. Produktionsbedingungen
Die Feuerwerkskörper entstehen nicht in feinen deutschen Manufakturen mit Tariflohn, Arbeitsschutzbestimmungen und Urlaubsanspruch, sondern in zwielichten Fabriken in China, Indien und anderen Staaten mit sehr freizügigen gesetzlichen Umwelt- und Arbeitsbestimmungen.